Prävention VOR Burnout

 

Investition in Prävention

Die Investition in Prävention statt in eine aufwändige  Behandlung von Krankheiten (z.B. Burnout) zahlt sich in vielfacher Hinsicht aus …

  • zum Vorteil der Arbeitgeber: für Produktivität und Attraktivität
  • für die Karriere und Leistungsfähigkeit von Führungskräften und Personen mit hoher Verantwortung: für die Motivation und Wertschätzung und
  • für das Gemeinwohl.


Denn Ausfälle sind teuer, unnütz und vermeidbar. Der Nutzen von Präventionsmaßnahmen ist wissenschaftlich vielfach nachgewiesen worden - alleine die Berechnungsgrößen unterscheiden sich.  Vier Beispiele von unterschiedlichen Aussagen und Berechnungen:

1.  Eine Metastudie über 2.400 weltweite Studien kommt zu dem Ergebnis, dass 1 Euro Investition in Präventionsmaßnahmen 2,70 Euro Ertrag bringt -  nur aufgrund der reduzierten Fehlzeiten des Mitarbeiters (veröffentlicht von der AOK 10/2015). Und: "krankheitsbedingte Fehlzeiten ... lassen sich um ein Viertel senken", so die AOK.

2.  Nach einer Studie von Booz & Company zeigt der Kosten-Nutzen-Vergleich von betrieblichen Präventionsmaßnahmen einen "volkswirtschaftlichen Mindestnutzen von 1:5 für jeden eingesetzen Euro auf" (siehe: „Vorteil Vorsorge. Die Rolle der betrieblichen Gesundheitsvorsorge für die Zukunftsfähigkeit des Wirtschaftsstandortes Deutschland“ für die Felix Burda Stiftung 2011).

3.   „Kosten für eine Depression liegen für ein Unternehmen bei rund 75.000€, ein wirkungsvolles Gesundheitsmanagement bekommt man dagegen schon für 50.000€“ (Quelle: Dr. Jens Baas, Vorsitzender des Vorstands der Techniker Krankenkasse in der Berliner Morgenpost, 7.9.2014).

 4.    „76 % der Ausfälle, die durch chronische Erkrankungen entstehen, können durch Prävention verhindert werden“. (Quelle: Prof. Dr. Peter Oberender, Universität Bayreuth, in: Produktivitätsverluste durch bessere Versorgung deutlich reduzierbar, 2010).

 

Gesetzliche Verankerung

Eine Fülle von Gesetzen findet sich im Sozialgesetzbuch V, dritter Abschnitt „Leistungen zur Verhütung von Krankheiten, betriebliche Gesundheitsförderung und Prävention arbeitsbedingter Gesundheitsgefahren, Förderung der Selbsthilfe …“. Siehe insbesondere

§20 Prävention und Selbsthilfe

§23 Medizinische Vorsorgeleistung.

Siehe auch den Gesetzentwurf der Bundesregierung zur Stärkung der Gesundheitsförderung und der Prävention (Präventionsgesetz – PrävG) vom 17.12.2014. Dort sind u.a. folgende Grundzüge genannt:

  • Zusammenarbeit von gesetzlicher Krankenversicherung, Rentenversicherung, Unfallversicherung sowie soziale Pflegeversicherung
  • in Nationaler Präventionskonferenz definieren u.a. Sozialversicherungsträger, kommunale Spitzenverbände und der Sozialpartner gemeinsame Ziele und gemeinsames Vorgehen (evtl. mit privater Kranken- und Pflegeversicherung und weiteren
  • Ein Schwerpunkt des Präventionsgesetzes ist die Förderung der Prävention im Betrieb (insbes. kleine und mittelständische Unternehmen sollen in den Fokus der Leistungen der Krankenkassen rücken)
  • Die Leistungen der Krankenkassen zur Prävention und Gesundheitsförderung sollen mehr als verdoppelt werden (Anhebung Ausgabenrichtwert auf 7 €).

 

Fördermöglichkeiten

Siehe auch: Anforderungen an Arbeitgeberleistungen zu Prävention und Gesundheitsförderung gem. § 3 Nr. 43 EStG. Seit dem 1. Januar 2009 wird die Förderung der Mitarbeitergesundheit steuerlich unterstützt. 500 € kann ein Unternehmen pro Mitarbeiter und pro Jahr seither lohnsteuerfrei für Maßnahmen der Gesundheitsförderung investieren. Es werden Maßnahmen steuerbefreit, die hinsichtlich Qualität, Zweckbindung und Zielgerichtetheit den Anforderungen der §§ 20 und 20a Abs. 1 i. V. mit § 20 Abs. 1 Satz 3 SGB V genügen. Hierzu zählen z. B.:

  • Bewegungsprogramme
  • Ernährungsangebote
  • Suchtprävention
  • Stressbewältigung

 

 Nicht darunter fällt u. a. die Übernahme der Beiträge für einen Sportverein oder Fitnessstudio.