Stress: Symptome und Wirkungen

Zur Stressbewältigung kennt der Mensch seit Jahrtausenden nur zwei Alternativen: Flucht oder Kampf. Der Körper schüttet in Stresssituationen über 30 unterschiedliche Hormone aus und legt andere (auch wichtige) Funktionen des Körpers einfach lahm. Diesem Zustand kann man nicht entkommen - die Prävention aber kann helfen.

Die Literatur kennt über 130 Symptome, Wirkungen oder Folgen von Burnout. Stets individuell, nie gleich und ändernd im Zeitablauf. Häufig auch mit körperlichen Beschwerden, für die Ärzte keine organischen Ursachen finden können (siehe auch Stress: Warnsignale).


Meist sind diese Anzeichen begleitet von Gefühlen wie Ruhelosigkeit, Empathieverlust, Desillusionierung. Es können auch Probleme im Bewegungsapparat auftreten. Oder häufiger Schwindel, Erkältungen, Magen- und Darmprobleme, Rückenschmerzen, Tinnitus, Müdigkeit oder Schlafstörungen. Zum Teil auch in der Verbindung mit einer Gleichgültigkeit gegenüber den Folgen mangelhafter Bewegung und Ernährung.

Der Gang zum Arzt ist angeraten, manchmal aber mit Hürden versehen:

  • Workaholics oder Vielarbeiter nehmen sich kaum Zeit für Arztbesuche. Auch wegen des Problems, dass Öffnungszeiten der Ärzte nicht mit den Arbeitszeiten des Vielarbeiters übereinstimmen.  Verbunden mit langem Warten auf Termine, sinkt die Motivation für einen Check
  • Check-ups sind selten umfassend und selten interdisziplinär. Oft werden nur Symptome behandelt, die Ursache aber bleibt. Eine Zusammenführung oder Erläuterung der Ergebnisse von Spezialisten gerät ins Hintertreffen.

 

Empfehlung aus der Literatur: Das 12-Phasen-Modell von Herbert Freudenberger und Gail North (Reihenfolge kann variieren):

  1. Drang, sich selbst und anderen Personen etwas beweisen zu wollen
  2. extremes Leistungsstreben, um besonders hohe Erwartungen erfüllen zu können
  3. Überarbeitung mit Vernachlässigung persönlicher Bedürfnisse und sozialer Kontakte
  4. Überspielen oder Übergehen innerer Probleme und Konflikte
  5. Zweifel am eigenen Wertesystem sowie an ehemals wichtigen Dingen wie Hobbys und Freunden
  6. Verleugnung entstehender Probleme, Absinken der Toleranz und Geringschätzung anderer Personen
  7. Rückzug und dabei Meidung sozialer Kontakte bis auf ein Minimum
  8. offensichtliche Verhaltensänderungen, fortschreitendes Gefühl der Wertlosigkeit, zunehmende Ängstlichkeit
  9. Depersonalisierung durch Kontaktverlust zu sich selbst und zu anderen Personen; das Leben verläuft zunehmend funktional und mechanistisch
  10. innere Leere und verzweifelte Versuche, diese Gefühle durch Überreaktionen zu überspielen wie beispielsweise durch Sexualität, Essgewohnheiten, Alkohol und andere Drogen
  11. Depression mit Symptomen wie Gleichgültigkeit, Hoffnungslosigkeit, Erschöpfung und Perspektivlosigkeit
  12. erste Gedanken an einen Suizid als Ausweg aus dieser Situation; akute Gefahr eines mentalen und physischen Zusammenbruchs

 

 

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